So fing alles an

Teddybär





Bibel





Laterna





Radio





Trompete


Trompete


Gut 25 Jahre ist es her, da ratterte Erich Thomann mit seiner Planierraupe 
wie gewöhnlich über die Deponie Lachengraben, und aus dem Müll 
starrte ihn unvermittelt ein kleiner, heruntergekommener Teddybär an:
„Der hat mir so leid getan, ich konnte ihn doch nicht einfach 
zusammenfahren!“
Nach diesem ersten Fund entwickelte Thomann eine ungezähmte Sammlersucht, 
die der DeutschenMuseumslandschaft diese Müllmuseum bescherte.
     

Zum Wegwerfen viel zu schade Müllmuseum Wallbach: Eisenbahn, 
Nähmaschinen, Puppenstube und eine gute Tasse Kaffee.
Über 350 verschiedenartige Museen gibt es derzeit in Baden-Württemberg. 
Eines der ungewöhnlichsten findet man seit 1991 in Wallbach, einem Ortsteil 
der Trompeterstadt Bad Säckingen.

Dort hat Erich Thomann, ehemaliger Planierraupenfahrer auf der benachbarten 
Mülldeponie „Lachengraben“, auf fünf Etagen zusammengestellt, was ihm 
in 20-jähriger Deponiearbeit zu schade war, einfach platt und kaputt zu fahren.

Mit einem kleinen Teddybär fing alles an. Der schaute Erich Thomann inmitten 
von Allerweltsmüll so traurig an, dass dieser es nicht übers Herz brachte, 
ihn unterzufahren. Vielmehr stieg er aus, um das weggeworfene Kuscheltier 
wieder zum Leben zu erwecken und nahm den Teddy mit nach Hause, wo ihn 
Ehefrau Agnes wie alle späteren “Funde“ säuberte und restaurierte.
 
Die ehemalige Scheune samt Kuhstall wurde vom Familienclan liebevoll 
umgestaltet, wobei auch dabei Wert darauf gelegt wurde, Baumaterialien 
aus der Mülldeponie zu verwenden.
So entstand das Müllmuseum in Wallbach, einzigartig in der Art in 
Deutschland, ja vielleicht sogar einzig auf der ganzen Welt, den Gegenteiliges 
ist derzeit nicht bekannt.

Wer das „Müllmuseum“ besucht, braucht Zeit, um die verschiedenartigsten 
Nähmaschinen zu begutachten, um eine komplette Schuhmacherwerkstatt 
bewundern zu können oder um sich an altem Blechspielzeug, Dutzenden von 
Radios, altem Geschirr, Puppen, Uhren, Frisörutensilien oder anderem zu 
erfreuen.

Raritäten sind eine „Schaffhauser Bibel“ aus dem Jahre 1743, eine der ältesten 
Miele-Waschautomaten, alte Trachten oder einfach „Krimskrams“, bei dem man 
wieder einmal an die so gute alte Zeit erinnert wird.

Kurz: Es gibt nichts, was es im „Müllmuseum“ nicht zu sehen gibt!

Nach Themen geordnet sind die  Schätze aus dem Abfall auf fünf 
Ebenen verteilt. Für weitere Exponate, wurde 1998 ein Erweiterungsbau erstellt. 
Hier können Sie sich auch bei einer Tasse Kaffee von Ihrem Museumsbesuch 
erholen.

In regelmäßigen Abständen werden im Müllmuseum 
Sonderausstellungen präsentiert. So fanden die Aktionen „Alte Handarbeiten“, 
Weihnachtsschmuck“, Photographie und Film“ und „Alt`s Züüg zum A`ziehe“
großen Anklang.

Im Außenbereich ist in der Zwischenzeit auch eine Freiluftausstellung mit 
landwirtschaftlichen Großgeräten dazugekommen, die vor allem Thomanns 
Sohn Karl sehr am Herzen liegt.

Wer also wieder mal in Nostalgie schwelgen möchte, für den bietet das 
„Müllmuseum“ in Wallbach einen abwechslungsreichen Zeitvertreib.

Der Eintritt ist übrigens frei.